Einsatzart: Katastrophenschutz Einsatzort: Sinzig, Rheinland-Pfalz
Einsatzzeit: Samstag, 24.7.-Dienstag 27.7.21

 

Eingesetzte Fahrzeuge:

FFW Renningen:  GW-L2

FFW Leonberg: MTW

Abt. Warmbronn: KatLF

FFW Gärtringen: GW-L2

FFW Herrenberg: RW2

Abt. Haslach: MTW

 

Einsatzbericht


Feuerwehren, Sanitäter, Höhenretter und Spenden aus der Bevölkerung: Aus allen Teilen des Landes kommt Hilfe für die schwer getroffenen Hochwassergebiete. Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser laufen auf Hochtouren, Einsatzkräfte aus dem Landkreis Böblingen sind seit über einer Woche im Einsatz. Auch die Freiwillige Feuerwehr Renningen leistet ihren Beitrag.

Als vergangene Woche der Marschbefehl vom Innenministerium Baden-Württemberg kam, ging alles ganz schnell: Nach der Prüfung des Kreisbrandmeisters stand fest, wo im Kreis Böblingen Fahrzeuge und Personal der Wehren abgezogen werden können.

Die Feuerwehr Renningen war mit dem Gerätewagen Logistik GW-L2 insbesondere für den Transport vom Pumpen, Wassersaugern und Aggregaten zuständig. Daneben stellte die Feuerwehr Herrenberg einen Rüstwagen, die Feuerwehr Gärtringen einen weiteren GW-L2 und die Feuerwehr Leonberg ein Löschfahrzeug zur Verfügung. Zusätzlich gehörte noch ein Führungsfahrzeug aus Leonberg und ein Mannschaftstransporter aus Herrenberg dem Hochwasserzug an. Geführt wurde der insgesamt 18 Mann starke Zug von Stefan Rometsch aus Leonberg, aus Renningen waren Feuerwehrkommandant Erhard Mohr und Timo Grötzinger dabei.

Aus dem Landkreis Böblingen startete der Zug am vergangenen Samstag, 24. Juli, erstes Ziel war die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Dort erfolgte der Zusammenschluss mit drei weiteren Hochwasserzügen zum Verband, der gemeinsam nach Bad Breisig fuhr. In der Stadt am Rhein wurden die Kameraden während der Einsatzzeit in einer Grundschule untergebracht. Dankbar wurden die Helfer schon in Bad Breisig begrüßt, wo die hiesige Feuerwehr die Verpflegung übernahm und sich für die Unterstützung bedankte.

Noch dankbarer fiel die Begrüßung allerdings in der rd. 5 km entfernten Stadt Sinzig aus. Schon nach wenigen Minuten wurde das Ausmaß der Katastrophe allen Helfern klar: Die Stadt Sinzig liegt am unteren Ende der Ahr, kurz bevor diese in den Rhein mündet, und wurde von den Hochwassern schwer getroffen und verwüstet. An der Brücke der Bundesstraße 9 hatte sich so viel Wasser und mitgeführtes Material angestaut, dass diese brach, wodurch ein Damm zerstört wurde und das Wasser nicht mehr kontrolliert zurückgehalten werden konnte. Die normalerweise idyllisch dahinfließende Ahr mit einem Wasserstand von etwa 0,8m schwoll so stark an, dass die Messstelle bei 11 Metern einfach weggespült wurde. Auch hier haben die Wassermassen die Bewohner wie vielerorts in der Nacht überrascht. Viele Gebäude standen über das erste Obergeschoss hinaus unter Wasser. Hilfe wurde überall gebraucht – neben dem Entfernen von Schlamm und Müll, müssen Straßen freigeschaufelt und gereinigt werden, um vor allem ein Durchkommen zu ermöglichen. Von den vollgelaufenen Kellern und zerstörten Häusern und Wohnungen der Menschen ganz zu schweigen. Klassische Feuerwehraufgaben fallen eher weniger an, stattdessen muss viel humanitäre Hilfe geleistet werden. Die Helfer aus Böblingen packten an, wo Not am Mann war, sprachen mit den Menschen vor Ort und hörten einfach nur zu, wenn die Anwohner von den schrecklichen Erlebnissen erzählten. Insbesondere von den Geschehnissen in der Einrichtung der Lebenshilfe, die sich im Einsatzabschnitt der Helfer aus dem Kreis Böblingen befand, in der in jener Nacht 14 behinderte Menschen ertranken. 

Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht vorbei, das Ausmaß der Schäden wird vielerorts jetzt erst bewusst. Ob und wann die Feuerwehr Renningen im Rahmen eines Hochwasserzugs nochmal zur Unterstützung in das Krisengebiet gerufen wird, steht heute noch nicht fest.

 

Hier: der Bericht der Leonberger Kreiszeitung vom 30.7.2021

 

Einsatzbilder


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